Mit „Google“ getaggte Treffer aus Blaster-Blog

Angeregt durch einen iX-Artikel zur iPhone-Programmierung habe ich mal geschaut, ob der Blaster überhaupt Nutzer hat, die ihn mit dem iPhone- oder iPod Touch besuchen. Wer die Dinger nicht kennt: beide haben einen eingebauten Web-Browser und lassen sich durch Angrabschen bedienen.
Und siehe da, alleine heute hatten wir bis 22:30 Uhr zehn Besucher mit einem der beiden Geräte, und alle kamen via Google. Interessant ist da, nach was die iPhone/iPod-Nutzer suchen:

  • Heute suchte ein iPod Touch Nutzer nach „nach partybesuch höre ich auf einem ohr schlechter“ und kam, man höre und staune, im Blaster beim Stichwort Christ heraus.
  • Passend zu der Meinung, dass das iPhone nur überteuerter Mist für möchtegern-coole Typen sei suchte ein iPhone-Nutzer nach „Börsenmakler werden“ und kam beim Börsenmakler raus ...
  • Die üblichen Fetischisten sind natürlich auch dabei: Bei der Suche nach „Frau Beine rasiert schreit stöhnt“ kam heute einer bei Orgasmus raus, jemand anderes meinte unbedingt nach „Freundin Spass Eier treten“ suchen zu müssen und kam bei den Eiern raus.
  • Auch die Frage, „was ist der schlafzimmerblick“ hat einen iPhone-Nutzer beschäftigt.
  • Mehrere haben auch direkt nach dem Assoziations-Blaster in verschiedenen Schreibweisen gesucht, zum Beispiel assoziationsblaster.
  • Einen Text zum Stichwort Du-weißt-daß-der-Shit-gut-war-wenn hat jemand bei der Suche nach „Hip-Hop aus dessau“ gefunden.
  • Auch ein Geschirrspieler“ war gesucht. Ich hoffe, er macht beim Spielen das Geschirr nicht kaputt!
  • Jemand anderes fragte Google: „postkarte schreiben was muss rein“. Ob er unter dem Stichwort Postkarte die Lösung finden konnte? Ich glaube eher nicht. Aber ein Tipp: Postkarten sind ziemlich dünn, viel kann man da nicht mehr reinstecken.

Insgesamt haben im Januar 237 Menschen mit iPhone und 122 mit einem iPod Touch den Assoziations-Blaster besucht.
Im großen und Ganzen scheinen die iPhone- und iPod-Nutzer nach dem gleichen Kram zu suchen wie alle anderen auch. Von „Atori“ über Donaudampfschifffahrtskapitän bis Zungenkuß war alles dabei.

Gestern Nacht bekamen wir eine freundliche Mail vom Google-AdSense-Team, weil wir im Assoziations-Blaster gegen die Google-AdSense-Richtlinien verstoßen würden und Google-Anzeigen auf Seiten mit vermeintlich „nicht-jugendfreiem Content“ schalten. Wir mögen das doch bitte innerhalb von drei Tagen beheben. (Ja, irgendwie häuft sich das Thema Jugendschutz in den letzten Tagen etwas ...)

Es geht um das Stichwort Penisex und dort wohl um die beiden folgenden Texte:

mcnep schrieb am 19.7. 2003 um 16:11:45 Uhr über
Penisex

Ein Pillenund Salbenpräparat mit einer starken Werbepräsenz in den Printmedien der 70er und 80er Jahre; Noch heute sehe ich es vor mir, das dem juvenilen Betrachter aus der ADACZeitschrift oder TV Hören und Sehen entgegenblitzende Pärchen, zu dessen rechter Seite der unübersehbare Helvetica–Schriftzug PENISEX die Verfestigung partnerschaftlicher Verbundenheit versprach. Für Kinder ist die Lockkraft merkantiler Versprechen gleich gar noch größer als für Erwachsene, und so schien es mir eine ausgemachte Sache, daß ich nur mit der nebenan beworbenen Röntgenbrille durch die sommerliche Stadt gehen müßte und, nachdem ich mir ein begehrenswertes Exemplar ausgesucht hätte, diesem ein paar Tropfen Penisex in die Cola applizieren müßte, um hernach in unerhörten Wonnen zu schwelgen. Penisex ist inzwischen wohl in die Kuriositätenabteilung des Apothekerschranks gewandert, doch dem Werbemenschen, der auf diese Art zwei Worte in meinem Kopf zu einer hierogamischen Einheit verkuppelt hat, könnte ich heute noch Sambal Oelek in die Tube schmuggeln.

sowie:

tullipan schrieb am 7.7. 2007 um 18:59:22 Uhr über
Penisex

Edgar bereute es jetzt, sich als Testperson für die Versuchsreihe dieses neuen Mittels anwerben zu lassen.
Nun, die Mietrückstände waren endlich beglichen, er hatte die Alimente für seine Ex für drei Monate im voraus auf ein eigenes Konto deponiert und seit Monaten war der Kühlschrank wieder einmal voll.
Trotzdem, eben erst hatte er sich eine frische Dose geschnappt, aber nicht einmal das Bier schmeckte ihm.
Verdammt.

Da die Mail automatisch generiert aussieht, vermute ich, dass der Google-Bot hier einfach bei der automatischen Textkategorisierung durcheinander gekommen ist und/oder keine passenden Anzeigen gefunden hat. Nach dem Motto: die Buchstabenkombination s, e, x und schon landet der Text im Töpfchen für nicht-jugendfreie Inhalte? Da sieht man mal wieder: Computer sind eben doof und maschinelle Textkategorisierung funktioniert nur eingeschränkt.

Gelegentlich wird ja auch Google für die freundliche Kommunikation gelobt. Mal gucken, was die Mitarbeiter nun auf die Frage, ob sich hier der Bot vielleicht geirrt hat oder ob sie wirklich der Ansicht sind, dass die obigen Texte nicht-jugendfrei wären, antworten.

Auf jeden Fall habe ich bei dem Stichwort vorerst die Assoziationen (Verzeihung: Anzeigen!) von Google abgeschaltet und gehe davon aus, dass sie damit auch in dem Falle zufrieden sind, wenn die obigen Texte im Hause G. als jugendgefährdent gelten. Auch ohne Werbung bei „Penisex“ kann der Blaster durchaus weiter finanziert werden ...

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